Ein Autolackschaden lässt sich mit einem Lackstift in wenigen Schritten selbst reparieren: Reinigen, Schleifen, ggf. Rostbehandlung, Basislack, Klarlack und Polieren. Bei sichtbarem Rost muss zwingend ein Korrosionsschutz (z.B. Fertan) vor der Grundierung aufgetragen werden.
Ein Steinschlag auf der Motorhaube, ein Kratzer an der Tür oder eine kleine Lackabplatzung lässt sich mit einem Lackstift häufig selbst ausbessern. Entscheidend für ein sauberes Ergebnis sind die richtige Vorbereitung, ein passender Lackaufbau und genügend Zeit zwischen den einzelnen Arbeitsschritten.
Welches Schadensbild liegt vor?
Schau dir die beschädigte Stelle bei gutem Licht genau an. Entscheidend ist nicht allein die Größe des Schadens, sondern wie tief der Lackaufbau beschädigt wurde. Kleine und punktuelle Schäden eignen sich besonders gut für die Reparatur mit dem Lackstift.
Welche Variante benötigst du?
Auf der Produktseite kannst du zwischen vier Varianten wählen. Der Lackstift einzeln beziehungsweise der Lackstift mit Klarlack ist sinnvoll, wenn du alle weiteren Produkte und Werkzeuge für die Reparatur bereits zu Hause hast.
Für die meisten Reparaturen empfehlen wir eines der beiden Lack Repair Sets. Die enthaltenen Produkte sind aufeinander abgestimmt und du hast von der Reinigung bis zur Politur alles zur Hand, was du für die Anwendung benötigst.

Lackstift
Enthält den individuell nach deinem Farbcode gemischten Basislack.
Geeignet, wenn Klarlack, Reinigungs- und Schleifmittel sowie Politur bereits vorhanden sind.

Lackstift + Klarlack
Enthält Basislack und Klarlack für den vollständigen Farb- und Schutzauftrag.
Geeignet, wenn du das benötigte Zubehör für Vorbereitung und Finish bereits besitzt.

Lack Repair Set
Die richtige Wahl für oberflächliche Kratzer, Steinschläge und kleinere Lackabplatzer ohne Korrosionsschaden.
Im Set sind neben Basislack und Klarlack auch die benötigten Produkte und Werkzeuge für Reinigung, Schleifen, präzisen Auftrag und Politur enthalten.

Lack Repair Set + Korrosionsschutz
Dieses Set ist für tiefere Schäden gedacht, bei denen blankes Metall sichtbar ist oder sich bereits Rost gebildet hat.
Zusätzlich zum vollständigen Lack Repair Set enthält es Grundierung und Fertan für die erforderliche Behandlung des Untergrunds.
In unserer Farbcode-Hilfe zeigen wir dir, wo der Farbcode an deinem Fahrzeug zu finden ist und worauf du bei der Suche achten musst.
Zur Farbcode-HilfeAlle vier Varianten findest du auf derselben Produktseite. Dort wählst du nach Eingabe deines Farbcodes einfach zwischen Lackstift, Lackstift + Klarlack, Lack Repair Set und Lack Repair Set + Korrosionsschutz.
Alle Varianten ansehen
Welches Set passt zu deinem Schaden?
| Schadensbild | Empfohlene Variante | Besonderheit |
|---|---|---|
| Oberflächlicher Kratzer oder Steinschlag, kein Metall sichtbar | Lack Repair Set | Komplette Ausstattung für Vorbereitung, Lackauftrag und Finish |
| Tiefer Schaden mit sichtbarem blankem Metall | Lack Repair Set + Korrosionsschutz | Grundierung schützt den freiliegenden metallischen Untergrund |
| Schaden mit sichtbarem Rost | Lack Repair Set + Korrosionsschutz | Rostbehandlung vor Grundierung und Lackaufbau erforderlich |
| Alle Zubehörprodukte bereits vorhanden | Lackstift oder Lackstift + Klarlack | Nur sinnvoll, wenn Reinigung, Schleifmittel und Finish vorhanden sind |
So reparierst du den Lackschaden Schritt für Schritt
- Die besten Ergebnisse erzielst du bei Raumtemperatur zwischen 18 °C und 25 °C.
- Vermeide direkte Sonneneinstrahlung oder Regen, solange der Lack nicht vollständig getrocknet ist.
- Arbeite in einer möglichst staubfreien Umgebung, da sich Staubpartikel sonst im Lack absetzen können.
- Plane ausreichend Zeit ein: Je sorgfältiger du arbeitest, desto unauffälliger wird das Ergebnis.
- Der Farbton kann dunkler wirken, wenn zu viel Lack beziehungsweise zu viele Schichten aufgetragen werden.
- Der Lack sollte mindestens 24 Stunden aushärten, bevor du ihn polierst oder das Fahrzeug einer Waschanlage aussetzt.
Sauberes Arbeiten ist wichtiger als Geschwindigkeit. Jede Schicht bildet die Grundlage für das spätere Ergebnis.
1. Vorbereitung – der wichtigste Teil
- Gründlich reinigen: Entferne Schmutz, Wachs, Fett und Insektenreste mit dem beiliegenden Carsystem Silikonentferner Mild und einem sauberen Mikrofasertuch.
- Schaden begutachten: Prüfe, ob nur der Lack beschädigt ist oder bereits Metall sichtbar ist.
- Ist nur der Lack betroffen, kannst du nach der Vorbereitung mit dem normalen Lackaufbau beginnen.
- Ist Metall sichtbar oder Rost vorhanden, benötigst du das Lack Repair Set mit Korrosionsschutz und führst vor dem Basislack die entsprechenden zusätzlichen Arbeitsschritte aus.
- Prüfe unbedingt vor Beginn, ob der Farbcode des gelieferten Lacks mit dem Farbcode deines Fahrzeugs übereinstimmt.
2. Schleifen – die Basis für alles
Im Lack Repair Set findest du Mercury Schleifpapier P3000 und einen schwarzen Schleifblock. Damit bereitest du die Schadstelle für den weiteren Lackaufbau vor.
- Klebe das Schleifpapier auf den Schleifblock.
- Schleife mit wenig Druck und kreisenden Bewegungen. Lass den Block arbeiten und nicht die Kraft deiner Hand.
- Bearbeite nur den betroffenen Bereich und leicht darüber hinaus, um harte Übergänge zu vermeiden.
- Wische das Schleifmittel nach jedem Schleifvorgang kurz mit einem Mikrofasertuch ab, damit Rückstände entfernt werden und die Schleifleistung erhalten bleibt.
- Befreie anschließend auch die Schadstelle mit einem sauberen Mikrofasertuch und Silikonentferner vollständig vom Schleifstaub.
Das gewünschte Ergebnis: Die Oberfläche sollte matt und gleichmäßig aussehen. Es sollten keine glänzenden Stellen und keine groben Kratzer mehr sichtbar sein. Glänzt die Stelle noch, arbeitest du sie vorsichtig weiter nach.
3. Korrosionsschutz – wenn Metall oder Rost sichtbar ist
Dieser zusätzliche Arbeitsschritt ist nur notwendig, wenn der Lackschaden bis auf das Metall reicht. Dabei ist entscheidend, ob das Metall noch rostfrei ist oder ob sich bereits Rost gebildet hat.
Blankes Metall ohne Rost
Ist das Metall sichtbar, aber vollständig rostfrei, benötigst du kein Fertan. Reinige und entfette die Stelle gründlich und trage anschließend die Rostschutzgrundierung dünn und gleichmäßig auf.
- Entferne Schleifstaub und Verunreinigungen gründlich mit einem sauberen Mikrofasertuch und Silikonentferner.
- Trage die Grundierung gezielt auf das blanke Metall auf.
- Lass die Grundierung mindestens 30 Minuten trocknen. Bei niedriger Temperatur kann sich die Trocknungszeit verlängern.
- Schleife die vollständig getrocknete Grundierung anschließend ganz leicht mit P3000 Schleifpapier an.
- Ziel ist kein starker Materialabtrag, sondern ein matter und griffiger Untergrund für den Basislack.
- Entferne danach erneut sämtlichen Schleifstaub.
Rost vorhanden: Fertan richtig anwenden
Ist an der Schadstelle Rost sichtbar, wird die Fläche vor der Grundierung mit Fertan behandelt.
- Lose Bestandteile entfernen: Entferne losen Rost, abblätternden Lack und nicht mehr tragfähige Beschichtungen vorsichtig mit dem Schleifpapier. Die verbliebene rostige Fläche darf nicht von Schmutz, Fett oder losen Rückständen bedeckt sein.
- Fläche reinigen: Entferne Schleifstaub und Verunreinigungen. Verwende hierfür den silikonfreien Reiniger aus dem Set. Wichtig: Nutze keine lösemittelhaltigen Universalverdünnungen oder Bremsenreiniger, da diese die Wirkung von Fertan blockieren. Die Fläche darf für die Anwendung trocken oder leicht feucht sein..
- Fertan auftragen: Schüttle Fertan vor Gebrauch und trage es mit einem kleinen, sauberen Pinsel dünn und vollständig auf die rostige Stelle auf. Behandle nur den tatsächlich betroffenen Bereich.
- Reagieren lassen: Lass Fertan bei einer Temperatur von über 5 °C etwa 24 bis 48 Stunden einwirken. Die behandelte Fläche verfärbt sich während der chemischen Reaktion dunkelblau bis schwarz. Tipp: Bei sehr trockener Raumluft die Stelle nach ca. 1 bis 2 Stunden mit einer Sprühflasche ganz leicht anfeuchten (Nebelfeuchte), um die Reaktion zu aktivieren.
- Mit Wasser reinigen: Wasche die behandelte Stelle nach der Reaktionszeit gründlich mit klarem Wasser und einem feuchten Tuch oder Schwamm ab. Lose, schwarze Pulverrückstände (das umgewandelte Eisenoxid) müssen vollständig von der Fläche entfernt werden, da sie kein tragfähiger Untergrund für Lack sind.
- Vollständig trocknen lassen: Lass die gereinigte Fläche vollständig trocknen, bevor du mit der Grundierung weiterarbeitest.
- Grundierung auftragen: Trage anschließend eine dünne, gleichmäßige Schicht Rostschutzgrundierung auf und lass sie mindestens 30 Minuten trocknen.
- Schleife die trockene Grundierung ganz leicht mit P3000 an, entferne den Schleifstaub gründlich und fahre anschließend mit dem Basislack fort.
4. Basislack auftragen – der eigentliche Farbauftrag
Mit dem Lackstift bringst du den Originalfarbton deines Fahrzeugs wieder auf die vorbereitete Fläche. Arbeite ruhig, sauber und in sehr dünnen Schichten. Für kleine Schäden unterstützt dich der gelbe Micro Tip beim präzisen Auftrag.
Vor dem Start: Vergleiche den Farbcode auf dem Produkt mit dem Farbcode deines Fahrzeugs. Er muss exakt mit dem Code übereinstimmen, den du beim Kauf angegeben hast.
- Lack gut schütteln: Schüttle den Lack mindestens 60 Sekunden kräftig, damit sich alle Pigmente gleichmäßig verteilen. Wenn der Stift länger stand, kannst du ihn ein bis zwei Minuten schütteln.
- Farbtest durchführen: Prüfe vor der Anwendung am Fahrzeug auf einer geeigneten Testfläche, ob es der richtige Farbton ist.
- Nur in der Schadstelle arbeiten: Trage den Lack ausschließlich innerhalb der beschädigten Fläche auf und nicht unnötig auf dem umliegenden Originallack.
- Arbeite Schicht für Schicht und lass jede Schicht 10 bis 15 Minuten antrocknen, bis sie matt und gleichmäßig wirkt. Bei kühleren Temperaturen musst du entsprechend länger warten.
- Trage lieber mehrere feine Schichten als eine dicke Schicht auf. Ein zu dicker Auftrag kann den Farbton dunkler und die Oberfläche unruhig wirken lassen.
- Zwischenschliff bei Bedarf: Bilden sich leichte Ränder oder wirkt die Fläche uneben, kannst du sie nach dem Trocknen vorsichtig mit P3000 Schleifpapier bearbeiten.
- Verwende dabei nur minimalen Druck und schleife in kreisenden Bewegungen. Reinige die Stelle danach erneut und trage eine weitere dünne Lackschicht auf.
- Diesen Vorgang kannst du wiederholen, bis die Fläche gleichmäßig ist. Hast du beim Schleifen versehentlich zu viel Material entfernt, trägst du erneut eine feine Schicht Basislack auf.
5. Klarlack auftragen – für Glanz und Schutz
Der Klarlack sorgt für Glanz, Farbtiefe und Schutz vor UV-Strahlung und Witterung. Arbeite auch hier sorgfältig und in mehreren dünnen Schichten.
- KIEZLACK Basislack vollständig trocknen lassen: Der Farbauftrag muss matt und berührungstrocken sein, bevor du Klarlack aufträgst.
- Wenn du zu früh weiterarbeitest, kann sich der Basislack lösen oder wellig werden. Als Faustregel gelten mindestens 10 bis 20 Minuten Trocknungszeit, abhängig von der Temperatur.
- KIEZLACK Klarlack gut schütteln: Schüttle ihn mindestens eine Minute kräftig, damit sich Harze und Lösungsmittel gleichmäßig vermischen.
- Trage den Klarlack in zwei bis vier dünnen Schichten auf.
- Lass jede Schicht 5 bis 10 Minuten antrocknen, bevor du die nächste aufbringst.
- Arbeite lieber mehrfach dünn als einmal zu dick, da sonst Lacknasen oder ein ungleichmäßiger Glanz entstehen können.
- Zwischenschliff bei Bedarf: Nach dem Trocknen der dritten Schicht kannst du kleine Staubeinschlüsse oder Unebenheiten ganz leicht mit P3000 Schleifpapier auf dem Schleifblock entfernen.
- Wische die Fläche danach sauber ab und trage die letzte dünne Schicht Klarlack auf.
- Trocknen lassen: Berühre oder poliere die Stelle mindestens 24 Stunden nicht. In dieser Zeit härtet die Oberfläche aus.
6. Finish und Polieren – der letzte Feinschliff
Nach dem vollständigen Aushärten des Klarlacks folgt das Finish. Mit dem beiliegenden Polierpad und der Politur kannst du den Glanz der reparierten Stelle an den umliegenden Originallack angleichen.
- Aushärtung abwarten: Der Klarlack sollte vor dem Polieren mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur aushärten. Bei kühler oder feuchter Umgebung solltest du länger warten.
- Beginne erst, wenn sich die Oberfläche fest und glatt anfühlt.
- Polierpad befestigen: Setze das Pad auf den Akkuschrauber. Ein spezielles Werkzeug ist nicht erforderlich.
- Stelle den Akkuschrauber auf eine niedrige Drehzahl, damit du kontrolliert arbeiten kannst.
- Carsystem Politur auftragen: Gib eine kleine Menge direkt auf das Pad oder auf die zu polierende Fläche. Verwende lieber zunächst zu wenig als zu viel.
- Langsam polieren: Fahre mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen über die getrocknete Fläche. Lass das Pad arbeiten und nicht die Kraft deiner Hand.
- Überlappe die Ränder leicht, damit ein gleichmäßiger Glanzverlauf entsteht.
- Rückstände entfernen: Wische die Fläche mit einem sauberen Mikrofasertuch ab und kontrolliere das Ergebnis.
- Wiederhole den Vorgang bei Bedarf, bis der Glanz dem umliegenden Lack entspricht.
- Betrachte die Stelle bei Tageslicht aus verschiedenen Blickwinkeln. Ist kein deutlicher Übergang mehr sichtbar und wirkt die Reflexion gleichmäßig, ist die Reparatur abgeschlossen.
Häufige Fehler bei der Lackstift-Reparatur
Die Schadstelle wird nicht gründlich gereinigt
Wachs, Fett, Silikon oder Politurreste können verhindern, dass der neue Lack zuverlässig haftet. Reinige und entfette die Stelle deshalb vor dem Schleifen und vor dem Lackauftrag gründlich.
Zu viel Lack wird auf einmal aufgetragen
Mehrere dünne Schichten führen zu einem kontrollierteren und unauffälligeren Ergebnis als eine dicke Schicht. Zu viel Material kann verlaufen oder als sichtbare Erhöhung stehen bleiben.
Die Trocknungszeiten werden nicht eingehalten
Wird die nächste Schicht zu früh aufgetragen, kann der darunterliegende Lack angelöst werden. Die Oberfläche kann dadurch weich, ungleichmäßig oder wellig werden.
Blankes Metall wird direkt überlackiert
Sichtbares Metall benötigt vor dem Basislack eine geeignete Grundierung. So wird der Untergrund geschützt und für den weiteren Lackaufbau vorbereitet.
Es fehlt das passende Zubehör
Ein Lackstift allein reicht nur dann aus, wenn Silikonentferner, Schleifmittel, Klarlack und Politur bereits vorhanden sind. Fehlen diese Produkte, ist das vollständige Lack Repair Set die sinnvollere Wahl.
Fazit: Das passende Set erleichtert die Reparatur
Der Lackstift und der Lackstift mit Klarlack sind gute Optionen, wenn du das benötigte Zubehör bereits besitzt. Für eine vollständige Reparatur empfehlen wir jedoch das Lack Repair Set. Alle enthaltenen Produkte sind aufeinander abgestimmt und du hast für jeden Arbeitsschritt das passende Material zur Hand.
Bei oberflächlichen Lackschäden wählst du das klassische Lack Repair Set. Bei tiefen Schäden mit blankem Metall oder Rost greifst du zum Lack Repair Set mit Korrosionsschutz.
Expertenwissen: Dieser Leitfaden wurde in Zusammenarbeit mit unseren Lacktechnikern entwickelt.





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